Mein Lightroom Workflow - Teil 1

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Da mich immer mal wieder Fragen zum Workflow mit Lightroom erreichen, möchte ich dazu ein paar Beiträge schreiben. Los gehts mit Teil 1! Arbeiten an mehreren Rechnern.

Öfters kommt die Frage, bzw. ich werde gefragt, wie ich eigentlich meine Bilder verwalte. Besonders oft werde ich dabei nach dem Umgang mit mehreren Rechnern gefragt. Nach ein bisschen überlegen bin ich nun zu einer, wie ich finde, sehr guten Lösung bekommen um möglichst große Flexibilität zu bekommen. Mich hat es auch schon immer gestört das ich jedes mal Vorarbeit leisten musste wenn ich unterwegs im Café meine Bilder bearbeiten wollte. 

Zuerst einmal zu meiner Arbeitsumgebung. Ich habe zu Hause einen MacPro mit 27" Dell Bildschirm. Dieser ist farbkalibriert und bietet mir viel Platz zum Arbeiten (Auflösung 2560x1440 Pixel). Dazu arbeite ich irgendwie lieber am Schreibtisch mit Tastatur/Maus/Grafiktablett wie Unterwegs.

Dann habe ich noch ein 13" Macbook Pro mit Retina Display. MacPro & Macbook haben eine SSD. Da ich mit Lightroom arbeite war also die Frage: Wie macht man das am besten. Zuerst kam mir die Idee: Dropbox! Nachdem ich mir dann die Dateigrößen von Katalog & Co angeguckt habe fiel das auch wieder flach. Alleine der Katalog hat knapp 1GB und das jedes mal nach dem ändern des Katalogs hochladen, das wird selbst mit meiner schnellen Leitung nix produktiv nutzbares. Ich stieß dann zufällig auf einen Festplatten Test von 2,5" USB3.0 Platten. Die Dinger sind erstaunlich schnell geworden! Ich guckte mir ein Modell von Toshiba genauer an. Die Toshiba STOR.E SLIM 1TB. Das gute Ding schreibt und liest mit über 110 MB/s. Zwar nicht vergleichbar mit einer SSD, aber schnell genug um damit arbeiten zu können. Der Cache liegt ja weiterhin auf meinen Rechner auf den SSDs (Kann in den Lightroom Einstellungen definiert werden).Also bestellt!

Die Idee war also folgende: 

Natürlich kann ich nicht alle Bilder mit mir rumschleppen, das sind zur Zeit fast 4TB, will ich auch garnicht, viel zu schwer ;)
Den Katalog inkl. Previews, SmartPreviews, Presets & Wasserzeichen packe ich auf die externe Festplatte. Somit ist der Katalog an beiden Rechnern benutzbar. Man muss nur dran denken die Festplatte mitzunehmen. Aktuelle Projekte kann ich auch auf die Platte packen und hab sie somit dabei. An meinem MacPro bearbeite ich größtenteils die Hochzeiten. Die kann ich dann von der externen Platte auf die SSD ziehen. Das beschleunigt das ganze etwas. 

Aber jetzt kommt der Clou wie man trotzdem alle Bilder dabei haben kann. Seit Lightroom (LR) 5 gibt es die sogenannten "Smart Previews". Ziemlich geniale Sache, gerade für diesen Zweck. Smart Previews macht folgendes. LR erzeugt aus den RAW Bildern kleinere RAW Bilder die nur ein Bruchteil der Größe der originalen RAWs haben. Das tolle daran ist, man kann die Bilder nicht nur angucken, sondern auch bearbeiten & exportieren! Also alles was man mit den originalen RAWs kann, nur mit einer geringeren Auflösung, die aber immernoch groß genug ist um die Bilder fürs WEB exportieren zu können. Man kann in etwa sagen das eine SmartPreview in etwa 1Mb groß ist. Im Vergleich zu den 25-30 Mb der original RAWs also nur 1/25tel. 

Sobald die original RAWs wieder verfügbar sind, was bei mir der Fall ist wenn ich zu Hause bin und an meinen Datenserver komme, dann werden die Änderungen auf die original RAWs übernommen und ich kann die Bilder direkt in voller Auflösung exportieren. Das funktioniert komplett im Hintergrund und man muss nichts machen. Alle fertigen Projekte kommen nach dem erstellen der SmartPreviews auf meinen Datenserver. Dort bin ich direkt gegen Festplattenausfall gesichert. Auf meinem Mac Pro läuft zusätzlich eine Sicherung per Timemachine, die auch die externe Festplatte sichert. Mir kann also nicht wirklich viel passieren, alles doppelt und dreifach gesichert ;)

Wichtig bei der ganzen Bilderrumschieberei, IMMER in Lightroom (Bibliothek > Ordner) die Bilder verschieben, sonst weis Lightroom nichtmehr wo die Bilder sind und man muss dem guten Programm erst wieder zeigen wo die Bilder hin sind. 

Und jetzt kommt noch ein Bonus für Mac Nutzer. Ich kann von überall wo ich Internet habe meinen Datenserver per iPhone starten und den Share auf dem die original RAWs liegen per AFP verbinden. LR sieht somit das Laufwerk, auch wenn ich nicht in meinem Netzwerk bin. Somit ist es mir möglich im Notfall sogar von einzelnen Bildern 100% JPGs zu erstellen. 

Soviel nun zu meinem datenmäßigen Workflow ;) Bis zum nächsten Teil!